Wanderung vom Pitztal ins Kaunertal

Letztes Jahr gab es auf der Route vom Kaunertal ins Pitztal einen massiven Steinschlag. In Folge dessen konnten wir einen Teil unserer Alpenüberquerung nicht wandern. Die Strecke erschien uns aber sehr attraktiv uns so haben wir sie dieses Jahr nachgeholt in etwas abgewandelter Form. Zu uns hat sich noch Alex gesellt, der mal ausprobieren wollte ob wandern was für ihn ist.

Am 15.08.19 ging es zunächst mit dem Zug von München über Innsbruck nach Imst-Pitztal. Dort sind wir mit dem Bus 4204 nach Plangeross ins Pitztal weiter gefahren. Die Reise verlief ohne Probleme und nach 4,5 Stunden konnten wir gegen 12:00 Uhr loslaufen. Der erste Abschnitt unserer Wanderung ging zur Kaunergrathütte, welche wir nach 3,5 Stunden erreicht haben. Die 8 Kilometer sind im ersten und letzten Abschnitt besonders knackig, da der Weg ziemlich steil ist. Zwischendurch läuft man über Almen und Geröllfelder. Die letzte Stunde hat man die Hütte schon vor Augen und kann sich die Kräfte einteilen. Bei angenehmen 18 °C und Sonnenschein haben wir es uns bequem gemacht. Leider waren wir nicht im Haupthaus untergebracht, sondern im Notlager. Gemütlich war es trotzdem 🙂 Als wir gegen 22:00 Uhr ins Bett gegangen sind, ist die Temperatur mittlerweile auf 2 °C gefallen und es hat leichter Schneefall eingesetzt.

Am 16.08.19 sind wir um 06:30 Uhr aufgestanden bei 0 °C. Ich bin die Nacht jede Stunde wach geworden, weil mir immer die Decke weggerutscht ist und mich die Kälte geweckt hat. Um 08:30 Uhr sind wir nach dem Frühstück losgelaufen. Zunächst ging es nochmal gute 100 Höhenmeter bergauf über einen Steilhang zum Steinbockjoch. Dieser Übergang markiert mit 2940 m den höchsten Punkt auf unserer Tour. Der Weg (schwarze alpine Route) führte uns über Bäche, Bachläufe und Geröllfelder weiter zum Mittelberglesee auf 2450 m. Dieser ist auch von Trenkwald über eine rote Route erreichbar. Vom See haben wir das mächtige Verpeilmassiv gesehen und wussten am Verpeiljoch (2830 m) wartet noch jede Menge Kletterei auf uns. Der letzte Anstieg vor dem Joch war nochmal eine richtige Kraftprobe. Als Weg kann man ihn eigentlich nicht bezeichnen. Vom Joch aus hat man die Verpeilhütte in der Ferne gesehen. Allerdings war diese noch gute 2,5 Stunden entfernt. Die nächsten 300 m vom Verpeiljoch aus sind mit Tritten, Leitern und Seilen gesichert. Ich bin mit meiner Höhenangst gut auf meine Kosten gekommen. Allerdings ist die Route vorbildlich gesichert. Ein Klettersteigset ist nicht unbedingt erforderlich! Unterhalb der Verpeilspitze konnte man noch einen Blick auf den Gletscher bekommen. Zumindest konnte man vermuten, was alles mal Gletscher war – leider ist kaum noch was übrig! Um 15:30 Uhr sind wir nach 7 Stunden Wanderung auf der Verpeilhütte angekommen. Der Weg wurde offizell mit 6 Stunden angegeben, wir haben allerdings viele kleine Pausen gemacht und uns an der Landschaft erfreut. Auf der Hütte haben wir die letzten Sonnenstrahlen genossen und uns erstmal frisch gemacht. Nach dem Abendessen um 18:30 Uhr wurde Skat gespielt. Ich bin kurz vor der Nachruhe nochmal ins freie gegangen und habe die Sterne beobachtet. Durch die Perseiden konnte man auch noch die ein oder andere Sternschnuppe sehen. 

Der letzte Tag (17.08.19) unserer Wanderung war ursprünglich geplant, einfach von der Verpeilhütte (2025 m) nach Feichten zu unserem Wellnesshotel zu laufen. Max und ich haben uns aber so gut am Morgen gefühlt, dass wir beschlossen den Madatschkopf mit 2778 m Höhe zu besteigen. Diese Idee hat uns zusätzliche 1000 m Höhe auf dem GPS Gerät eingebracht 🙂 Los gings nach dem Frühstück um 8 Uhr. Die Strecke auf den Gipfel war mit 3 Stunden angegeben. Wir haben es in 1,5 Stunden geschafft. Nach einer halben Stunde Aufenthalt bei wunderbaren Rundblick machten wir uns an den Abstieg ins Tal, wo wir nach  1500 Höhenmeter gegen 13:30 Uhr am Hotel ankamen. Zwischendurch haben wir noch ein letztes Mal Pause auf der Verpeilhütte gemacht. Den restlichen Samstag haben wir mit Sauna, Weizen und gutem Essen ausklingen lassen.