Austerdalsbreen (Gletscher) & Nigardsbreen (Gletscher)

Eines unserer Ziele in Norwegen war bei der Planung eine Wanderung zu einem Gletscher. Es standen mehrere zur Auswahl und teilweise war das Wetter zu schlecht oder sie waren zu weit weg. An diesem Tag passte aber alles und wir beschlossen den Austerdalsbreen und den Nigardsbreen an einem Tag zu erwandern.

Der Austerdalsbreen ist von der Anreise etwas tricky. Aus Richtung Sogndal fährt man über die Straße RV 55. In Hafslo nimmt man dann den Abzweig auf die Fv 337 nach Veitastrond. Dieser Straße folgt man bis zum Ausgangspunkt der Wanderung (ca. 40 km). Diese „Strasse“ ist schon alleine ein echtes Erlebnis. Sehr eng – teilweise passen keine zwei PKW nebeneinander. Außerdem fährt man unter anderem durch schlecht oder gar nicht beleuchtete und sehr enge Tunnel. Irgendwann kommt man hinter dem Dorf Veitastrond an ein Tor wo man denkt es geht nicht weiter: Ab hier beginnt der „Bomveg“ – eine private Mautstrasse. Man bezahlt, indem man das dort liegende Formular mit Datum und Autokennzeichen ausfüllt, eine Kopie davon abtrennt (wird wie ein Parkschein ins Auto gelegt) und den Geldbetrag (aktuell 50 Kronen für einen PKW / Stand 07.2017) mit dem dazugehörigen Umschlag in die vorgesehene Stahlbox steckt. Nun folgt man dem Weg in Richtung Tungestølen, bis man an eine Brücke kommt. Hier geht dann die Wanderung los. Die Wanderung hatte eine Gesamtstrecke von 12,4 km. Man durchläuft ein Tal und die letzten 2 Kilometer geht es auf eine Anhöhe. Von hier aus kann man den Gletscher das erste mal richtig sehen. Es ist ein beeindruckender Anblick, auch durch die Hängegletscher Thor Odin und Loke. Für die letzten 100 m gibt ein Warnschild! Am Gletscher haben wir eine Mittagspause eingelegt und wurden auf dem Rückweg von einer hungrigen Möwe ein Stück begleitet.

Der Weg vom Austerdalsbreen bis zum Parkplatz am Nigardsbreen hat uns 1,5 h mit dem Auto gekostet. Wir mussten die abenteuerliche Strecke ja auch wieder zurück fahren 🙂

Die Wanderung zum Nigardsbreen ist ein Kinderspiel mit ca. 6 km. Der Weg ist gut ausgebaut und gerade für Familien interessant. Belohnt wird man auch mit einem traumhaft schönen Anblick über den Gletscher. An diesem Gletscher werden geführte Touren auf dem ewigen Eis angeboten. Wir hatten an diesem Gletscher mit mehr Andrang gerechnet, allerdings sind wir auch erst gegen 17 Uhr angekommen, da wir ja vorher zum Austerdalsbreen gewandert sind. Dort haben wir übrigens auf dem Hinweg nur eine Gruppe von 8 Deutschen überholt und waren sonst alleine.

Damit ihr eine Vorstellung von den Dimensionen bekommt sucht doch einfach auf den Gletscherbildern nach Menschen 🙂