Entlang des Stubaier Höhenweges im Stubaital

Wie die letzten Male haben wir uns zum Start der Wandertour ins Stubaital in München getroffen. Die Anreise mit der Bahn gestaltete sich schon als erste Herausforderung. Mein ICE Sprinter auf der Strecke Berlin – München hatte über eine Stunde Verspätung. Gegen 23 Uhr hatten wir dann unsere Rucksäcke gepackt und sind zu Bett gegangen. Der nächste Morgen begann um 05:00 Uhr.

Tag 1 – Anreise ins Stubaital und Aufstieg auf die Neue Regensburger Hütte

Um 05:30 Uhr sind wir mit gepacktem Auto von München ins Stubaital gefahren. In Falbeson haben wir einen Parkplatz gefunden. Dieser war sogar kostenlos. Zunächst hatten wir es in Krößbach probiert, allerdings konnte man dort immer nur ein Parkticket für 24h ziehen.

Unserer Tour ging um 09:30 Uhr in 1300 m Höhe los. Zunächst durch den Wald, später über offenes Gelände der Fallbesoner Ochsenalm erreichten wir 2,5 Stunden später um 12 Uhr die Neue Regensburger Hütte auf 2286 m. Die Strecke von gut 6 km war perfekt für den Einstieg. Auf der Hütte haben wir erstmal Mittag gehalten und uns anschließend für zwei Stunden aufs Ohr gelegt. Nach dem Schlaf ging es nochmal in Richtung Kreuzspitz bis auf 2400 m, um uns zu akklimatisieren 😛 Dort haben wir das Gelände beobachtet und uns aufs Abendessen gefreut. Bettruhe war für uns um 21:30 Uhr.

Tag 2 – Wanderung von der Neue Regensburger Hütte zur Dresdner Hütte über den Grawagrubennieder

Der heutige Tag startete um 06:00 Uhr. Wir haben zuvor gelesen, dass man für die Tour zwischen 6-8 Stunden braucht. Einige Quellen haben zwar auch 13 Stunden angegeben, aber die scheinen Pech mit dem Wetter gehabt zu haben 🙂

Nach einem Kaffee und belegtem Brötchen sind wir gegen halb 8 an der Hütte losgelaufen. Zunächst ging es über ein Hochmoor in Richtung Grawagrubennieder. Diese Stelle markiert mit 2881 m einen günstigen Punkt zum überqueren des Bergmassivs und wurde von uns nach gut drei Stunden passiert. Um die Stelle zu passieren muss man zunächst ein Schneefeld queren und anschließend die letzten Meter etwas klettern. Die Stelle ist sehr gut mit Tritten und Seilen gesichert.

Nach einer kleinen Pause ging es weiter in Richtung Mutterbergsee. Der Pfad war relativ konstant. Ab und zu Geröllfelder und Kletterstellen – alle sehr gut gesichert. Kurz vor dem Mutterbergsee haben wir an einem kleinem See unsere Füße abgekühlt. Den Mutterbergsee haben wir südlich umlaufen. Am See war sehr viel Betrieb. Viele Touristen sind wahrscheinlich von der Dresdner Hütte in Richtung Mutterbergsee gelaufen. Der Pfad auf den letzten Kilometern war jedenfalls voll mit Menschen. Kurz vor dem Ziel muss man über eine Straße nochmal gut 300 Höhenmeter gewinnen. Dies kann sich echt ziehen und erfordert gutes mentales Durchhaltevermögen 🙂 

Nach passieren des Egesennieder auf 2488 m Höhe sieht man die Dresdner Hütte und muss nur noch bergab laufen. Kurz nach 14 Uhr haben wir die Hütte erreicht und somit gut 6,5 Stunden für die ca. 13 km lange Strecke gebraucht. Ich hatte im Vorfeld bei dieser Tour so die ein oder anderen Bedenken, aber letztendlich war es eine sehr schöne Strecke, welche gut zu schaffen ist mit entsprechender Kondition. 

Auf der Dresdner Hütte haben wir uns ein frisches Bier gegönnt und uns anschließen zwei Stunden hingelegt. Wir hatten unser eigenes Zimmer mit eigenem Wasseranschluss – was für ein Luxus.

Tag 3 – Besteigung „Großer Trögler“ und Abstieg ins Tal

Der Abstieg von der Dresdner Hütte Richtung Tal wird mit 1-2 Stunden angegeben. Wir beschlossen deshalb nochmal auf den Trögler (2902 m) zu klettern. 

Heute hatten wir keinen Zeitdruck und haben deshalb bis um 7:00 Uhr geschlafen. Nach dem Frühstück ging es kurz nach 8 Uhr los in Richtung Trögler. Der Pfad ist wie fast alle Wege in Kategorie schwarz. Es ging zunächst im Schatten in Serpentinen ein Geröllfeld nach oben. Der Weg wurde immer enger, steiler und es gab die ein oder andere Kletterpartie. Max und Jan hatten keine Probleme mit der Höhe, ich habe es deutlich gemerkt und mich relativ unwohl auf dem Pfad gefühlt.

Nach gut 1,5 Stunden waren wir auf dem Gipfel und konnten bei super Wetter unsere Route der letzten Tage sehen. Ebenfalls war der Ausblick auf den Gletscher genial. GPS Gerät und Uhr haben eine Höhe von ca. 2850m angezeigt. Somit war ich zunächst irritiert, ob wir schon auf der höchsten Stelle waren, allerdings gab es nix höheres 🙂

Bis halb 11 haben wir auf dem Gipfel Pause gemacht und uns gesonnt. Der Abstieg ging wie von selbst und wir haben gut 2,5 Stunden später den Bus an der Bushaltestelle Mutterbergalm in Richtung Auto nehmen können.

Insgesamt war es eine sehr schöne Höhentour. Das Wetter hat perfekt mitgespielt. Ich stelle mir die ein oder andere Stelle als nervig vor, wenn man diese in strömenden Regen meistern soll. Dieses mal musste man richtige Schlafsäcke zu den Hütten schleppen aufgrund von Covid19. Leider war dadurch kein Platz mehr für meine Spiegelreflex 🙁 Alle Fotos also nur mit iPhone…

Die Tourdaten des GPS-Gerätes:

Ein paar Eindrücke: